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January 10, 2016

Frankfurt Allheiligenviertel

Manchmal gibt es im Leben Momente, die einem das Gefühl geben, alles passt und nichts ist falsch. Manchmal gibt es jedoch auch Momente, die eine ganz andere Wirkung erzeugen, denn manchmal zeigen diese Momente, dass irgendwas nicht passt im Leben und man am liebsten tauschen möchte. Natürlich hat dies am Ende immer einen gewissen Hintergrund, wenn mal etwas nicht passt im Leben und genau davon möchte ich Ihnen berichten, denn ich lebe in Frankfurt mit meinen Kindern.

Im Grunde heißt dies ersteinmal nichts schlimmes, jedoch wohne ich mit meinen Kindern im Ortsteil Allerheiligen und wer einmal durch diesen Ort in Frankurt gefahren ist oder vielmehr durchfahren musst, er wird sich sicher dran erinnern können, dass hier vorallem Drogen und Gewalt eine tragende Rolle im Alltag in Frankfurt spielen, dieser Ort ist nicht wirklich das, was man für seine Kinder als Zukunft wollen würde.

Jedoch ist die Situatuation manchmal so, dass es sich nunmal nicht anders einrichten lässt. Ich muss jedoch sagen,dass ich mich an vielen Stellen von der örtlichen Politik mehr als im Stich gefühlt habe. Ein Beispiel dazu. Mit meiner Frau bekam ich unsere Kinder,damals noch in einem anderen Ortsteil in der Nähe des Allgerheiligenviertels. Alles war super sprich unsere Kinder gingen ganz normal in die Schule und hatten wenig mit Drogen und Gewalt zu tun.

Wie es jedoch das Schicksal manchmal im Leben so will, können sich die Dinge auch sehr schnell ändern und leider traf es meine Frau, sie wurde nämlich von heute auf morgen mit der Zeit schwer krank und konnte dadurch nunmal nicht mehr die Pflichten so ausüben, wie es sich für eine Mutter mit mehreren Kindern nunmal so gehört. Wie dem auch sei, ich versuchte sie so gut es zu pflegen, leider gelang mir dies nicht immer, denn es waren nunmal zu der Zeit Kinder im Haus und daher musste ich mich so gut es geht zerteilen. Als jedoch der Gesundheitszustand meiner Frau rapide abnahm und sie kaum noch in der Lage war, sich zu bewegen und Besuche im Krankenhaus quasi schon zum täglichen Ritual wurden, wurde es mir zunehmend schwerer, den Pflichten als Vater und Ehemann gleichzeitig nachgehen zu können, sprich ich brauchte Hilfe.

Mit einer gewissen Erwartung, meiner Frau und meinen Kindern zuliebe, habe ich mich an die Kommune gewandt mit der Bitte um eine Pflegemutter für die Kinder, die tagsüber sich um die Betreuung der Kinder kümmert, denn dies sollte mir am Ende die Möglichkeit geben, meine kranke Frau jeden Tag im Krankenhaus besuchen zu können und dabei jedoch meine Pflichten als Vater warzunehmen, sobald ich eben aus dem Krankenhaus zurückgekommen wäre. Diese Vorstellung war schon, wenn da nicht das Geld wäre. Die Stadtverwaltung lehnte meinen Antrag ab mit der Begründung, dass es finanziell keine Notwendigkeit bestünde, uns eben solch eine Möglichkeit einzuräumen. Was dies für einen Vater in dieser Situation heißt, muss man denke ich nicht noch extra erklären. Als die Stadt mir diese Erklärung oder vielmehr Begründung für die Absage gab, hätte ich rasen können vor Wut.

Ebenfalls eine weitere Situation, die mich besonders in Rage gebracht hat, ist folgende. Meine Frau wurde nachwievor immer kränker und ihre Gesundheit deutete langsam darauf hin, dass es langsam leider mehr oder weniger aufs Ende zugehen würde. Meine Frau hat sich jedoch sehr tapfer gegen ihre Krankheiten gewehrt und daher blieben jedoch einige schöne Jahre zusammen als Familie und zusammen mit ihr als Erinnerung zurück. Ich besitze zwei Kinder, der ältere ist 8 und meine Tochter ist 5, daher sind die beiden bereits einige Jahre auseinander her vom Alter, logischerweise geht der Ältere bereits in die Grundschule und meine Tochter, geht noch in den Kindergarten. Ein Erlebnis, bei dem ich in diesem Ort vorallem von der Polizei enttäuscht war als Mensch und Vater, war ein Tag im Winter. Für gewöhnlich hole ihc Mittags meine Tochter ab und gehe mit ihr dann zusammen zu unserem Jungen, um ihn ebenfalls von der Schule abzuholen. Dies ist natürlich erstmal nichts neues oder nichts ungewöhnliches.

Wenn man jedoch sich die Tatsache vor Augen führt, dass die Schule meines Sohnes zwar in der Nähe des Kindergartens meiner Tochter liegt, diese beiden Plätze jedoch in der Nähe des Stadtparks sind, wo viele Drogen verkauft werden und auch Prostiuierte anzutreffen sind, sieht das ganze natürlich noch einmal entsprechend anders aus. An besagtem Tag kam mein Sohn und meine Tochter weinend nach hause, denn mein Sohn sollte seine Schwester vom Kindergarten abholen und mit ihr dann zu uns nach Hause kommen.

Ich warte für gewöhnlich immer zu einer gewissen Zeit auf die Kinder und an diesem Tag war es nicht anders. Nachdem ich nun Mittags wartete und wartete, kamen beide nicht und langsam habe ich damit begonnen, mir Sorgen zu machen, denn wer in diesem Ortsteil von Frankfurt lebt, der muss sich schlichtweg Sorgen darum machen, wo die Kinder dann am Ende so lange bleiben. Nachdem ich nun dann noch einige Minuten abgewartet habe, zog ich meine Jacke an und machte mich auf die Suche. Nichts, die beiden waren weder am Kindergarten meiner Tochter, noch an der Schule meines Sohnes. Panik machte sich breit, ich habe mich wie wild gefragt, wo beide denn nun schlichtweg waren. Nachdem ich zahlreiche Minuten durchs Allerheiligenvirtel geirrt bin, konnte ich die beiden mehr oder weniger durch einen zufälligen Anruf finden, denn diese waren in der örtlichen Polizeiwache aufgehalten worden.

Mein Sohn hatte wie abgesprochen meine Tochter zwar abgeholt, jedoch wurden die Beiden von einem Drogendealer mit einem harten Ton angesprochen und waren total verstört. Meine Kinder berichteten mir, dass lediglich nur ganz in der Nähe ein Polizeiwagen stand, der das ganze Geschehen wohl gesehen haben muss, eine Reaktion blieb jedoch aus. Allein schon der Gedanke daran, dass meine Kinder in diesem drogenverseuchten Platz von einem Mann angesprochen wurden und die Polizei dies gesehen hat, jedoch nur sehr viel später und wahrscheinlich aufgrund eines Zufalls reagiert hat, diese Tatsache lässt die Wut auch heute noch in mir Ansteigen, denn sowas geht schlichtweg nicht. Ich habe daraufhin bei der örtlichen Behörde eine Anzeige wegen Verletzung der Aufsichtspflicht eine Anzeige gegen die zuständigen Beamten gemacht. Jedoch, wen überrascht diese Tatsache, wurde das Verfahren aufgrund von Geringfügigkeit eingestellt. Heißt also die Polizei verhält sich hier nicht richtig, ich als Vater bin mehr als besorgt und gehe dann entsprechend gegen diese Polizisten vor und was bekomme ich als einzige Rückmeldung, die Anzeige wurde eingestellt. Ich fühlte mich mit meinen Kindern wie einer Ohnmacht nahe, was sollte meine Frau vom Himmel aus denken, wenn sie nun wüsste, was genau hier vor sich geht.

Ich habe also bisher bereits zweimal sehr schechte Erfahrungen machen müssen mit Behörden und Institutionen, die im Allerheiligenvirtel ansäßig sind, einmal war es bisher die Polizei die meine Kinder hätten schützen müssen, als diese angesprochen wurden und andererseits, als ich Hilfe von der Stadtverwaltung benötigt habe, sie jedoch nicht bekomme, egal ob ich mit den beiden Kindern alleine im Leben stehe oder ob meine Frau gewesen wäre, alls hätte in einer kleine Misere geendet. Ein anderes Erlebnis möchte ich Ihnen zum Schluss gerne nocheinmal schildern, denn leider kann ich an dieser Stelle auch nur sagen, dass man hier verlassen ist in diesem Ort.

Der Winter nahte und dadurch, dass ich keinem Job aufgrund des Statuses Alleinerziehend eingehen konnte, war logischerweise das Geld an manchen Stellen sehr knapp und gerade im Winter ist Warme Kleidung hier sicherlich sinnvoll und auch nötig, gerade für die Kinder. Mir selber fehlte das jedoch das Geld für die Bekleidung, so habe ich das örtliche Sozialamt um eine kleine finanzielle Spende gebeten, damit wenigstens meine Kinder ein paar warme Turnschuh für den Winter bekommen können. Nachdem mein Antrag auf Hartefall ausreichend geprüft wurde und mir mehr oder weniger auch bereits Mut zugesprochen wurde, bekam ich wenige Tage später vom Amt die entsprechende Ablehnung, hier sei eine finanzielle Aushilfe bei weitem nicht nötig. Das können natürlich nur Leute so entscheiden, die keinen kleinen Kinder zuhause haben, die im Winter mit kalten Füßen umherrennen müssen, ich bin mit der Amtssituationen hier sehr unzufrieden und muss sagen, dass dieser alles andere als Schön und angenehm ist, gerade auch wegen Geschichten wie dieser.